Smart City – Nutzen der Digitaliserung
Gesetzt den Fall, die Mehrzahl aller in einer staatlichen oder kommunalen Gemeinschaft lebenden Menschen seien sich hinsichtlich der Ziele in einer Smart City einig, dann stellt sich die Frage, was kann die Digitalisierung zum Erfolg des gemeinschaftlichen Handelns beitragen.
Nehmen wir als Beispiel den Verkehr. Wir verkehren als soziale Wesen miteinander, zu verschiedenen Anlässen auch über größere Distanzen hinweg. Das scheint ein Grundbedürfnis zu sein, das man, wie die Corona-Pandemie zeigt, nur sehr schwer unterbinden kann.
Weil die Kosten der Mobilität (Infrastruktur, Zeit, Geld, Umweltbelastung) für den einzelnen und in Summe für die Gemeinschaft nicht beliebig steigerbar oder absenkbar sind, besteht eine Begrenzung der Mittelwahl vom freiwilligen Verzicht auf Bewegung bis zur maximal möglichen Mobilität.
Ist die Mittelwahl innerhalb dieser Begrenzungen frei und ganze Wirtschaftszweige prosperieren daran, wie das im Verlauf der letzten hundert Jahre der Fall war, dass wir wann immer Verkehrsmittel zur Verfügung haben und bequem und sicher zum Ziel kommen, dann ist es sehr schwer für den einzelnen Verzicht zu üben. Staat und Gesellschaft bewegen sich, wie wir jetzt schon spüren, auf einem kritischen Wachstumspfad der Kosten für den einzelnen und die Gesellschaft.
Es macht daher Sinn, die Mittelwahl so zu beschränken, daß die Kosten minimiert werden. Dazu kann die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sehr viel beitragen. Bereits jetzt schon könnte der Staat mit den zur Verfügung stehenden elektronischen Mitteln jedes Individuum automatisch überwachen und einschränken, wie in China schon praktiziert. Er könnten z.B. wie bei den Lastwagen- und Busfahrern Fahrverbote oder Ruhezeiten anordnen und durch Kontrollen überwachen.
Eine Alternative zum Verbot und Zwang bieten Anreize, etwa im Straßenverkehr die öffentlichen Verkehrsmittel möglichst überall und preiswert zur Verfügung zu stellen. Die daraus sich ergebenen Probleme sind jedoch: Die hohen staatlichen Subventionen, die dennoch stets unzureichende Verfügbarkeit der Verkehrsmittel, Notwendigkeit des Wartens und Umsteigens, etc.
Eine dritte Möglichkeit besteht in der digitalen Unterstützung des Einzelnen bei der Mittelwahl, dass er oder sie als Nutzer der technischen Infrastruktur bereits vor Antritt der Fahrt die bestehende, respektive zu erwartende Verkehrsbelastung auf der Strecke kennt und frei entscheiden kann, ob er oder sie die Fahrt überhaupt antritt, wann und mit welchem Verkehrsmittel und zu welchen zeitlichen und monetären Kosten. Dazu zählt auch zunehmend die Verfügbarkeit von Parkplätzen am Zielort. Sinn kann zudem auf der Fahrt auch ein Wechsel der Verkehrsträger (z.B. Rad, Bahn, Bus) sein. Deshalb ist unser Ansatz ein multimodaler.
Diese KI-betrieben Technologie steht im Weiteren im Zentrum unser Betrachtung. Grundvoraussetzung für eine dergestalt vernünftige Überwachung und Regelung der Mobilität ist allerdings die fachliche Grundkenntnis des Entstehens und Verhaltens von Verkehrsflüssen in städtischen Siedlungsräumen.
Beginnen wir mit der Mobilität, zunächst mit dem Straßen- und Schienenverkehr.
Smart City - die Datenproblematik
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