Smart City - Die Zentralität und ihre Folgen
Die Zentralität wird nicht nur durch die Lage, sondern auch durch die hohe Erreichbarkeit des Zentrums mittels des unterirdischen Schnellbahnnetzes erzielt. Je höher die Zentralität, desto höher die Bodenpreise.
Deshalb steht zu befürchten, daß die Erweiterung der Durchflußkapazitäten der Münchner S-Bahn im Zentrum der Stadt um die Zweite Stammstrecke zwar zu einer kurzfristigen Entlastung des Verkehrsaufkommens pro Strecke führt, aber auch zu einer noch höheren Zentralität der Innenstadt. Deren Folgen dürften weiter steigende Bodenpreise sein, daraus folgend eine weitere Segregation von Bevölkerung und Gewerbe vom Zentrum weg an der Rand des Siedlungsraumes. Dies wird dann langfristig wiederum insgesamt zu einem steigenden Verkehrsaufkommen führen.
Aus Pendlererhebungen wissen wir, dass von jedem Standort ein Drittel aller Bewegungen auf das jeweilige nächsten Zentrum gerichtet ist. Dadurch nimmt die Verkehrsdichte zum Hauptzentrum hin überproportional zu.
Wird der Verkehrsfluss auf Straßen oder Schienen gebündelt, steigt die Verkehrsmenge innerhalb der Querschnitte wiederum überproportional bis zur Kapazitätsgrenze weiter an. Wenn die Kapazität infolge Überlastung zum Erliegen kommt, ist zwangsläufig eine Erweiterung erforderlich.
Das ist ein Circulus vitiosus, also ein Teufelskreis, bei dem mehrere Faktoren sich gegenseitig verstärken und den Zustand des Gesamtsystems Siedlungsraum bis zum Kollaps weiter verschlechtern.

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